Streetfood am Mannheimer Morgen

Streetfood am Mannheimer Morgen

Als Walter Scott im Jahre 1872 das erste Loch in das Holz eines Wagens schnitt und damit Tageslicht in die dunkle Kiste brachte, wußte er wohl nicht, wie sich diese Vintage-Idee in die nächste Jahrhunderte entwickeln wird. In der Nachbarschaft eines Zeitungskiosks in der schönen Stadt Providence im Bundesstaat Rhode Island verkaufte er fortan neben Sandwiches auch Kaffee und Kuchen out of the box. Da war er, der erste kommerzielle Foodtruck. Die Moderne des Foodtrucks wurde später mit den fahrbaren Modellen „The Owl“ und dem „White House Café“ durch Thomas H. Buckley in Worcester, Massachusetts eingeläutet. Er gab den jungfräulichen Trucks Waschbecken, Kühlung und einen Herd. Diese mobilen Küchen versorgten die Nachtdienste in großen Städten der USA mit Essen.

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Der Pita-Burger

Der Pita-Burger

In den letzten Wochen konnte ich gleich mehreren Streetfood-Events beiwohnen. Ein neuer, interessanter und auch gewinnbringender Trend, der sich in einem Konvoi zum Teil ausgemusteter und wieder instandgesetzten US-amerikanischen Paketfahrzeugen rekrutiert und durch ganz Deutschland eilt. Immerhin ernähren sich 2,5 Milliarden Menschen täglich von Streetfood, so die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen. Warum dann nicht von großen Bier- und Cola-Produzenten gesponsert durch das Land tingeln und überteuerte Produkte an einen Bruchteil dieser zahlungswilligen Verkoster verkaufen? Zugegeben, die Anbieter geben sich wahrlich Mühe, um zwischen Lok-ähnlichen Smokern und bunter jamaikanischen Pracht sowie unfassbaren asiatischen Düften aufzufallen. Und so ist der Hungrige mal schnell 10 Euro für eine 70g schwere Black-Angus Frikadelle im Burger-Bun los. Mal was anderes als ein Meter lange Bratwurst von favorisierten Schwenkgrill im aufgebackenen Brötchen mit hängenden Senfspendern, die ein wenig den Eutern einer Kuh gleichen. Wahrlich kein schlechtes Geschäft, sowohl Wurst als auch Angus Beef. Und so unterscheidet sich dieser extravagante Streetfood-Konvoi alleine preislich vom festlichen Fastfood der bisher bekannten Stadtfestgriller, auch wenn die Mutter beider Prinzipien Fingerfood heißt.

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Der Sonntagsbraten - Zeit für die Familie

Der Sonntagsbraten – Zeit für die Familie

Liebe Leserinnen, liebe Leser, heute ist Raum für Geschichte. Erinnert Ihr Euch an die Zeiten, als Ihr als Kinder das Licht des frühen Tages erblickt habt und eine seltsame Ruhe Euch umgab? Es war Sonntag, Ruhetag. Und obschon Ruhe ein akustisches Phänomen ist, war die gefühlte  Ruhe dieser Sonntage etwas anderes. Dieser Familientag war stets ein besonderer Tag, der rückblickend betrachtet immer nach dem selben Schema für uns ablief. Die Gebrüder wachten auf, ein erstes Spielen im Schlafanzug, leise sollten wir sein, denn wir wähnten uns in der Sicherheit, dass die Eltern uns noch schlafend wissen. Was für ein Trugschluss, heute, vierzig Jahre später. Irgendwann diesen Sonntagmorgen öffnete sich die Tür einen Spalt weit, wir sprangen in das Bett zurück und glaubten tatsächlich noch, dass die Eltern unsere Zeit des Erwachens nicht registrierten. Noch so ein unschuldiger Trugschluss. Gähnend erblickten wir die schon wachen Augen der Mutter, wollten wir sie doch wissen lassen, dass wir gerade erst wach geworden sind. Wie wichtig der Kindesschlaf ist, war uns natürlich unbewußt ziemlich egal, denn es wird sich ja noch die Mittagsruhe im Laufe des Tages anschliessen. Wir behielten die knallgelben Schlafanzüge mit dem Aufdruck schneller bunter und ausgewaschener Autos an, eine Ausnahme, denn es war ja Sonntag. Und so feierten wir unsere Kostümierung alle sieben Tage und zogen diese so lange wie wir beide konnten hinaus. Bäcker hatten an diesem Tag geschlossen. Heute kaum vorstellbar, dass wir nicht Sonntags morgens um sieben Uhr beim Bäcker ein frisches Croissant bekommen, gefüllt mit Schinken und Käse und ein Fleischkäse-Brötchen mit Senf für auf den Weg. Natürlich wußten wir damals nicht, was ein Croissant überhaupt ist. Nein, damals gab es so etwas nicht, denn Sonntag war Ruhetag und so wunderten wir uns immer, warum dennoch ab und an mal ein Martinshorn die Ruhe des Tages störte. Frische Brötchen brauchten wir damals nicht, denn es gab etwas ganz tolles, etwas Neues, legendäres, unvergessliches…Brötchen zum Aufbacken für genau diesen unseren Familientag. Knack & Back hießen die Dinger. Der Name rührte von der Notwendigkeit, dieses runde Stück Pappe mit väterlicher Wucht gegen die Tischkante zu stossen und unter einem lauten und erschreckenden Knack den Inhalt unrund geformt mit einer kreuzweisen Inzisur zum Backen anzuregen. Das war 1972…ich war damals fünf! Kaum wach, den Schlafanzug noch immer an, wussten wir, wann wir die Küche zu betreten hatten, um der quellenden Geburt weißgrauer Rohlinge beizuwohnen. Inmitten der Küche kam der Geruch vergangener Speisen in einer warmen Luftfront auf uns zu, der Ofen war vorgeheizt und bot nun den aufzubackenden Hefeklops Geborgenheit im Warmen. Glastüren gab es nicht, die Weißware war schlicht und das rote Lämpchen flackerte im fünfzig Hertz Takt und die Atomkraft beflügelte sofort unsere Brötchen auch ohne Umluft, die alsbald wohlgebräunt mit dem Hot-Cross-Bun-Sign die trockene Hitze des Ofens verließen, um den raschen Weg auf unseren Frühstückstisch zu finden. Was für ein Start in den Tag. Was für Düfte, was für wunderbare Erinnerungen.

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The Return of the Cast Iron

The Return of the Cast Iron

Darf es etwas außergewöhnliches sein? Okay…fernab jeglicher geschmacklicher Erziehung kam es diesen Morgen über mich… Ich wollte es quick ’n dirty… Und beim Aufräumen kam mir diese von meiner Mutter geerbte gusseiserne Pfanne in die Finger, die mehr Geschichten verbirgt, als die Erzähler auf dem Märchen-Festival in Neukirchen-Vluyn. Ich versuche mich angestrengt zu erinnern, ob dieses kleine kiloschwere Kochgeschirr mir mal meine Füße geplättet hat, was mich damals etwas stutzig gemacht hätte. Zum Glück erreicht heutzutage ein solcher Umstand nicht mein Bewusstsein, unsere Pfanne hätte es unter diesen Umständen vielleicht noch schwerer auf meinem Herd. Dieses gegerbte Schwarz wird auf jeden Fall Bestandteil meines Testaments sein und so möge die Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit runder Vertiefung auch die nächste Camerartist-Generation beglücken.

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Tomahawk - DryAged RibEye

Tomahawk – DryAged RibEye

Folge mir bei Bloglovin… Was für ein sagenhaftes Wetter: Ein bewölkter Morgen und regennasse Strassen mit den starren Reflexionen des Strassenrandes und den sich bewegenden Lichtkegel der vorbeifahrenden Autos, die lautstark das Wasser unter ihren rotierenden Gummi verdrängen. Diese Umstände trugen an diesem Samstag nicht viel dazu bei, mich motiviert in den aufrechten Zustand zu bewegen und so hat es mein Gleichgewicht auch schwer, mir die Richtung im Raum zu weisen. Aber auf diesen Tag habe ich mich schon lange gefreut und so soll ein Dry Aged Tomahawk Ribeye Steak heute der Glut die Flammen entlocken. Dry Aged aber bin nur ich gerade und so sortiere ich mein Äußeres zu einem integrativen und sozialverträglichen Ganzen und mache mich in meine Küche.

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Die Tochter, der Koch, die Frauen und Ich

Die Tochter, der Koch, die Frauen und Ich

Die Monate vergingen und keine Woche, kein Tag, keine Stunde blieb ohne Ereignisse, die nicht irgendeine Geschichte geschrieben hätten und mich davon abhielten, meinen Blog weiter zu führen. Mein letzter Eintrag hier: Ich traf den Kerl, den ich für seine Kreativität immer bewundert habe, ich rang ihm ein Selfie ab und ich war so zufrieden, als ich diesen vermeintlich letzten Beitrag aus der Landpartie im hessischen Dagobertshausen schrieb. Ein Jahr später und ich koche in seiner Küche das Essen für unsere kleine Familie. Ihr könnt es nicht glauben? Ich nehme Euch an die Hand auf eine einzigartige einjährige Reise durch das Leben mit der Geschichte um die geborene Tochter Mannheims, den Koch der Sterne und die Frauen. Eine Geschichte, die durch so unglaubliche Zufälle lebt, die Meilensteine im Leben sind und die den Eindruck bestätigen, dass eine Weiche tatsächlich nur zwei Richtungen weisen kann, in der Zusammenschau aller Weichen aber ein unüberschaubares Netz entsteht, an dessen Ende diese Geschichte mit der Gegenwart endet.

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Landpartie Dagobertshausen - Die Land Party

Landpartie Dagobertshausen – Die Land Party

Was für ein Tag! Wie ein Himmel reich an Köstlichkeiten, ein Erlebnis wie aus einem Traum, ein gustatorisches Feuerwerk, ein visuelles Donnerwetter oder: Der finale emotionale Aufstand eines ambitionierten Hobby-Koch’s.  So in etwa lauten die Begriffe, wenn ich zukünftig vom Heutigen berichte. Schon vor Monaten sicherten wir uns die Karten für dieses eine Event, für unsere Landpartie 2014 im benachbarten Dagobertshausen. Und die Ankündigungen waren mehr als vielversprechend. Große Namen wie Stefan Marquard, Horst Lichter, Kolja Kleeberg, Frank Buchholz oder Christian Hümbs, der Pâtissier des Jahres 2014, der auch schon in unserem Hamburger Lieblingshotel Louis C. Jakob seine Werke präsentierte und nun die Insel Sylt verlässt, um wieder in der Hansestadt die Gaumen zu erfreuen. Aber einer fehlt noch, mein Vorbild an Kreativität und kulinarischer Kunst, Juan Amador.

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MyTube - Die selbst gefüllte Tube

MyTube – Die selbst gefüllte Tube

Ich bekam einst ein wunderbares Geburtstagsgeschenk, ein Abend in Mannheim, einen Abend bei Juan Amador, war das ein Erlebnis. Ich werde es nie vergessen. Und aus diesem Restaurant bringe ich nicht nur die Erinnerungen mit zurück, ausgesprochen kreativ fand ich die mit einer hausgemachten Sauce befüllte Tube, die mit einem der zahlreichen Kunstwerke unseren Tisch heimsuchte. Ich fand die Idee so großartig, dass ich mich gleich auf die Suche nach diesen Tuben gemacht habe. Mein Anstand verbot es mir zu fragen, woher die wohl sind. Aber eine Recherche ergab rasch die Zusammenarbeit mit dem mcc-Shop, und da fand ich sie auch gleich. Und auf der Seite das Konterfei des Juan…na, wenn das nicht Kunden anzieht…sei es drum!

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